Über diesen Ort

Der Garten Getsemani befindet sich am Fuße des Ölbergs zwischen dem Kidrontal und den Mauern der Altstadt Jerusalems. Der Name des Gartens ist Hebräisch und bedeutet „Ölpresse“. Der Garten ist mit Ölbäumen bepflanzt, manche sind mehrere hundert Jahre alt. Wie in biblischen Zeiten werden die Oliven von den Bäumen geerntet. 


Der Garten Getsemani in der Bibel

Im Johannesevangelium lesen wir, wie Jesus in den Garten Getsemani kam, um nach dem Abendmahl mit seinen Jüngern zu beten. In dem Garten wurde Jesus von Judas verraten und von den Römern verhaftet. Zudem wurde Jesus dort von dem Gedanken an das Schicksal gequält, das ihn erwarten würde. Deshalb wird der Garten auch Garten der Agonie genannt. Jesus kannte den Garten gut. Er liegt auf dem Weg zwischen dem Tempelberg und dem Dorf Bethanien und er zog sich oft zum Beten und Nachdenken dorthin zurück. 


Die Getsemani-Grotte

Im 4. Jahrhundert wurde der Garten zu einem Pilgerort und obwohl alternative Plätze vorgeschlagen wurden, passt der Garten Getsemani zu der biblischen Beschreibung. In dem Garten befindet sich die Getsemani-Grotte (auch Grotte der Olivenpresse genannt), wo möglicherweise Jesus und seine Jünger schliefen. Seit Jesus dort schlief, hat sich die 190m² große Höhle nicht verändert. Man kann immer noch ein Loch in der Wand sehen, in welchem ein Holzbalken für die Ölherstellung befestigt war. Heute wird die Grotte als Kapelle benutzt. Nahebei befindet sich das Grab Marias, wo die Jungfrau Maria, die Mutter von Jesus begraben wurde.


Die Kirche aller Nationen

Am Rande des Gartens steht die Kirche aller Nationen, welche um den Felsen herum gebaut wurde, auf dem Jesus in der schicksalhaften Nacht saß und betete. Die Kirche wurde von Antonio Barluzzi entworfen und 1924 durch Spenden verschiedener christlicher Gemeinden aus der ganzen Welt gebaut – daher kommt der Name Kirche aller Nationen. Durch das wunderschöne goldene Tympanum-Mosaik über dem Eingang, welches Jesus mit seinen Jüngern und Anhängern zeigt, sticht die Kirche heraus. Die Teile einer byzantinischen Kirche aus dem 4. Jahrhundert wurden in den Bau der neuen Kirche integriert. Sie können den byzantinischen Mosaikboden und den Felsen, auf dem Jesus betete, sehen. Für alle christlichen Besucher ist der Garten Getsemani ein Muss, sogar Päpste besuchten den Garten und pflanzten Olivenbäume. Am Gründonnerstag in der Karwoche versammeln sich Pilger im Garten, und angeführt vom Franzsikaner Custos prozessieren sie zu Gallincantu auf dem Zionsberg, wo Jesus nach seiner Verhaftung die Nacht im Gefängnis verbrachte. 

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